Killerfeature Geschwindigkeit

Gerade hat Adobe die erste öffentliche Beta-Version von Lightroom 4 freigegeben. Mit an Bord sind wiedermal, wie soll es anders sein, etliche neue Features. Intelligentere Regler, Video-Unterstützung, Geo-Tagging, Email-Versand von Bildern direkt aus Lightroom und dergleichen mehr. Über die Sinnhaftigkeit von Features kann man lange diskutieren. Oft ist es eine Frage des des Einsatzzwecks, des Workflows oder einfach von persönlichen Vorlieben.

Als Lightroom 3 erschien, da war es im gefühlten Vergleich zu Lightroom 1 unglaublich träge. Daran hat sich nur langsam etwas geändert, und auch nur deshalb, weil seit dem Erscheinen von Lightroom 3 mehrere Jahre vergangen sind und die Hardware, die wir zur Verfügung haben, deutlich leistungsfähiger geworden ist, ohne dabei auch teurer zu werden. Aber ganz ehrlich: Lightroom 3 auf einem Rechner von 2009 macht wirklich keinen Spaß.

DAS Killerfeature für eine Software wie Lightroom ist Geschwindigkeit. Darum vertrat ich schon lange die Auffassung, Adobe sollte für Lightroom 4 einen vollständigen Feature Freeze anordenen und sich einfach nur darum kümmern, Lightroom 3 wieder so schnell zu machen, wie Lightroom 1 es einmal war. Das wäre super gewesen: Wieder Bilder bearbeiten zu können, ohne beim Modulwechsel Wartezeiten zu haben. Und ohne den Panels beim Resizen zuschauen zu können, wie sie dem Cursor hinterher wandern.

Stattdessen kann ich jetzt Fotos direkt aus Lightroom per Email versenden (was mit meinem Exchange-Server wahrscheinlich sowieso nicht funktioniert). Und ich habe rudimentäre Videofunktionen — die mir aber nicht reichen, weshalb ich weiterhin eine externe Software bemühen muss. Intelligentere Regler und etwas Aufräumarbeit im Interface hier und da: schön und gut, aber wirklich nicht so weltbewegend. Diese Features kommen bestenfalls einem Bruchteil der Lightroom-Nutzer wirklich zugute. Mehr Tempo wäre für alle klasse.

Mal ehrlich: Wäre doppelter oder dreifacher Speed nicht viel geiler gewesen, als “Bilder per Email versenden” oder “eingebetteter Videoplayer”?

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